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Über

Herzlichen Wilkommen in meiner Homepage,hoffentlich gefällt sie euch!

 LG

bollygirl20

 

Über mich,sieht ihr hier: 

Alter: 30
 
Schule: hab keine in hab keine
Universität: indisch in indien

Ich mag diese...
Musiker: aneela und arash
Lieder: maahi ve
Sendungen: ?
Filme: alle bw-filme
Schauspieler: srk,aish,rani...
Bücher: das bolllywoodfan buch
Autoren: ?
Sportarten: ?
Sportler: ?
Hobbies: tanzen und bollywood
Orte: ?

Mehr über mich...

Als ich noch jung war...:
weiss nett mehr...

Wenn ich mal groß bin...:
wrde ich bestimmt zu eine schule gehen wo man tanzen übt

In der Woche...:
werde ich tanzen...machen

Ich wünsche mir...:
das ich eine schauspielerin(bw) werde

Ich glaube...:
das ich hesslich

Ich liebe...:
meine familie,und mein freund!*LOL**SCHÄM*

Man erkennt mich an...:
die augen!*LOL*

Ich grüße...:
alle meine besten freunde!

warum,hast du die homepage aufgemacht?:
weil,ich es so wolllte!



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Blog

Kabhi Kushi Kabhie Gham-In guten wie in schweren Tagen

Indien 2001

Regie: Karan Johar

Humor * *

Gefühl * * *

Familiendrama * * * *

Yashovardhan "Yash" Raichand (Amitabh Bachchan) ist einer der reichsten Männer Indiens. Mit seiner Frau Nandini (Jaya Bachchan-Bhaduri) zieht er den Adoptivsohn Rahul (Shahrukh Khan) und den Sohn Rohan gross. Yash hofft, Rahul würde einst die Firma übernehmen und die süsse Naina (Rani Mukherjee), die aus gutem Hause stammt, heiraten. Doch Rahul verliebt sich in die überdrehte Anjali (Kajol). Yash akzeptiert doe Beziehung nicht, da Anjali aus einer armen Familie stammt. Rahul will sich deshab von Anjali trennen. Doch er stösst dabei auf eine Beerdigung: Anjalis Vater (Alok Nath) ist tot. Rahul bringt die Trennung nicht übers Herz und heiratet Anjali an Ort und Stelle. Sein Vater ist derart erzürnt, dass er Rahul und Anjali den Segen verweigert und sie aus dem Haus schmeisst. Zehn Jahre vergehen. Rahul wohnt mit Anjali, ihrem gemeinsamen Sohn, Rahuls Tante DJ (Farida Jalal) und Anjalis sexy Schwester Pooja (Kareena Kapoor) in London. Aus dem dicklichen Rohan (Hrithik Roshan) ist ein attraktiver Cricket-Champ geworden. Als er endlich die ganze Wahrheit über das Schicksal seines Bruders erfährt, fährt er nach London. Er will die Familie wieder vereinen.
Kuch Kuch Hota Hai-Regisseur Karan Johar gelang mit K3G der vielleicht grösste Casting-Coup des jüngeren indischen Kinos. Eine ganze Reihe grosser Bollywood-Stars spielt hier mit- und nicht wie man erwarten könnte gegeneinander. Ein ganz grosses Epos, das sich deshalb auch majestätische 209 Minuten Laufzeit in Anspruch nimmt. In Indien war der Film ein programmierter Hit, in Übersee unter den ausgewanderten Indern (NRI) sogar ein All-Time-Kassenschlager. Ein solcher Erfolg hat natürlich auch Kritiker auf den Plan gerufen hat. In der Tat ist die Lauflänge massiv und die einfache Botschaft ("liebe deine Eltern" nicht nur konservativ, sondern auch recht dünn für ein solches Mega-Projekt.
Doch man sollte K3G nicht zynisch betrachten, sondern muss sich hingeben, denn das Familiendrama ist Bollywood-Kitsch der eindrücklichen, bewegenden und gigantischsten Sorte. Bollywood-Liebling Shahrukh Khan beweist ieinmal mehr, dass er vielleicht nicht der beste Schauspieler Indiens ist, aber die Gefühle der Zuschauer dank enormen Charisma auf seiner Seite hat. So wie er schafft das kein zweiter. In den Szenen mit Kajol ist er gut, doch bei emotionalen Szenen ist er etwas überfordert. Von seinem Co-Star Hrithik Roshan kann man das nicht behaupten. Der Star mit den bestechenden Augen und dem nicht minder eindrücklichen Bizeps ist der heimliche Held in K3G und brilliert in den bewegenden Momenten. Nur seine Fön-Frisur sollte er endlich überdenken. Der erste in den Credits und dritter männlicher Star ist Amitabh Bachchan. Er spielt einmal mehr mit Schwere und Würde auf und ist für diese patriarchalische Rolle eine Idealbesetzung.

Die Mädels: Als Mama und Ersatz-Mama DJ überzeugen Jaya Bhaduri (Amitabhs Frau) und Farida Jalal (KKHH, Lajja). Doch die, die Leute ins Kino holen, sind natürlich die Jungen. Die beste darunter ist Kajol, Shahrukhs Dauer-Co-Star aus KKHH, DDLJ und Karan Arjun - und obwohl ich ihre Comedy-betonte Perfomance zu Beginn nicht besonders mochte, wird die beliebte Schauspielerin mit den betörenden Augen im Film immer besser. In einer etwas kleineren Nebenrolle überzeugt auch die dritte aus dem KKHH-Trio, Rani Mukherjee. Last and least Kareena Kapoor. Ihr Part als schrilles London-Girl ist als Parodie im Stile von "Clueless" gedacht, doch oft wirkt das zu angestrengt lustig. Ich kapiere nicht, wieso so viele Regisseure sie immer als überragende Schönheit im Film einsetzen. Schon in Mujhse Dosti Karoge! (auch mit Roshan) war ihr eitles Getue anstrengend und trotzdem soll sie die lokale Über-Beautysein. In K3G wurde sie zwar nicht deswegen kritisiert, sondern vielmehr wegen ihrem Mangel an Kleidern. Dies fand ich nicht so schlimm, schliesslich spielt sie ein Szene-Girl und ihre Dress-Auswahl soll den "Sitternzerfall" mancher NRIs karikieren.
Doch K3G ist natürlich nicht nur dank den Akteuren ein Knaller. Grösstes Lob geht auch an dem Regisseur, Karan Johar. Der rührt alles mit grosser Kelle opernhaft an. Die letzte Stunde ist eine einzige Welle von Tränendrückern. Ich hab mein Kissen vollgeheult, obwohl die Ereignisse voraussehbar und reichlich pathetisch sind. Johar weiss eben, wie man alles richtig vorbereitet und dann mit maximalem Effekt einsetzt. Subtil ist ein Fremdwort - nur eine Szene (die in der Rahul Rohans Identität aufdeckt) ist gedämpft und gemässigt. Der Rest bleibt weniger eine Story, als eine an einer einfachen Geschichte aufgehängte Aneinanderreihung von Bollywood-Vignetten.
Damit lässt noch ein Thema offen: Die Song-und-Tanz-Nummern. Es gibt hier zwar kein zweites "Kuch Kuch Hota Hai", aber der Titelsong "Kabhi Khushi Khabie Gham" ist sehr schön. Choreographie-mässig tauchen ein paar Highlights auf, wie der zweite Song, "Say Shava Shava", bei dem eine ganze Serie knapp bekleideter Tänzerinnen dabei ist, oder der flotte Punjabi-Song "Yeh Ladka Hai Allah". Die bezauberndste Song-Szene ist wohl "Suraj Hua Maddham
" in Ägypten. Einfach wunderschön. Shahrukh und Kajol sind ein betörendes Paar bei dem Lied. Also, der langen Worte kurzer Sinn: Kitschig, schwülstig, lang - oder: etwas vom Opulentesten und Mitreissendsten, was Bollywood zu bieten hat. Für jeden Fan ganz klar ein Pflichtfilm!

Alternative Titel: K3G; KKKG; Sometimes Happy, Sometimes Sad; In guten wie in schweren Tagen; In Zeiten des Glücks, in Zeiten der Sorge (Übersetzung)

12.1.07 18:11


Omkara

Drama. Indien. Hindi
Alternativer Titel
-

Regie Vishal Bharadwaj
Drehbuch Vishal Bharadwaj, Robin Bhatt, Abhishek Chaubey
Produktion Kumar Mangat
Songs Vishal Bharadwaj
Kamera Tussaduq Hussain
Choreografie Ganesh Acharya, Beedi, Bhushan Lakhandri, Namak
Darsteller Ajay Devgan, Saif Ali Khan, Vivek Oberoi, Kareena Kapoor,
Konkona Sen Sharma, Bipasha Basu, Naseeruddin Shah, Deepak Dobriyal
Länge 152 Min.

Kinostart 28.7.2006
Trade classification
Below Average
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 12

Humor  *

Spannung * *

Action *

Gefühl *

Anspruch * *

Erotik *

STORY
Omkara (Ajay Devgan) leitet eine Gang für den Politiker Bhaisaab (Naseeruddin Shah). Seine besten Männer sind Kesu Phirangi (Vivek Oberoi) und Langda Tyagi (Saif Aif Khan), die beide darauf hoffen, einst Omkaras Nachfolge anzutreten. In einer Zeremonie wählt Omkara den besonnenen Kesu und nicht den Heisssporn Langda, was diesen zum eifersüchtigen Mann macht. Die Chance zur Revanche sieht er bei Omkaras Zukünftiger Dolly (Kareena Kapoor): Mit Intrigen und der Hilfe seiner nichts ahnenden Frau Indu (Konkona Sen Sharma) lässt Langda Omkara glauben, Dolly habe eine Affäre mit Kesu. Während der seine Zeit mit der schönen Billo (Bipasha Basu) verbringt, ahnt er nicht, was gegen ihn gespielt wird. Und Omkara wird von Eifersucht zerfressen.

 

REVIEW
"Omkara" ist keinesfalls die Offenbarung, als die ihn manche Kritiker hingestellt haben. Doch der Film erreicht eine ungeheure Harmonie aus Schauspiel, Musik, Look und Handlung, wodurch er die Zuschauer problemlos in seinen Bann schlägt. Was fehlt, ist der letzte Kick: Nicht unähnlich dem schwächeren Sarkar fehlen bei aller Perfektion und Durchstrukturiertheit manchmal Leidenschaft und Kraft. Immerhin bringt Saif Ali Khan Leben in die Bude und ein paar grandiose Szenen heben die schwächeren weitgehend auf. Den bereits zum Vergleich herangezogenen Sarkar übertrumpft "Omkara" spielend, da er organischer wirkt, lebendiger, dichter.

Die Vorlage ist natürlich "Othello" von William Shakespeare - wie erfrischend, dass ein indischer Regisseur für einmal stolz darauf ist, wo er die Inspiration her hat. Die Parallelen zum Original des Barden sind beachtlich, die Unterschiede aber ebenso. Regisseur Vishal Bharadwaj hat bereits mit seiner "Macbeth"-Verarbeitung Maqbool gezeigt, dass er den Stoff Shakespeares blendend in ein indisches Milieu verlegen kann, und diesmal setzt er noch eines drauf. Das Gangstermilieu ist zwar an sich ausgelutscht, doch Bharadwaj flicht die Story um Verrat und Eifersucht raffiniert in dieses neue Umfeld. Er nutzt Farben und Landschaften des ländlichen Uttar Pradesh gewieft. Und aus dem dunkelhäutigen Othello macht er den niederkastigen Omkara, aus dem General einen Partei-Schläger. Dumm nur, ist der Darsteller eine kleine Fehlbesetzung.

Am Spiel von Ajay Devgan ist per se nicht viel auszusetzen: Er verkörpert Omkara mit unterschwellig brodelnder Energie und deutlicher Loyalität. Doch bei Shakespeare war Othello ein nobler Mann mit ganz menschlichen Schwächen, der seine äusserlichen "Defizite" (als Dunkelhäutiger war er im weissen Venedig ein Aussenseiter) durch charakterliche Stärke und edles Auftreten überspielte. Zu sehen, wie ein so guter Mensch durch Naivität und Selbstzweifel den Verführungen des Bösen verfällt und das Ehrenvolle den Psychokrieg gegen das Intrigante, Unehrliche zu verlieren droht, gehört zum Reiz des Materials. Omkara hingegen ist ein dubioserer, unterkühlter Kerl, ein Gangster, durchaus mit Loyalität und Charisma, aber frei von der Reinheit Othellos. Dadurch verliert die Figur an menschlicher Tragik und Mitfühlen kann man vergessen. Der ganze Verrat fällt so auf eine neue Ebene, und ich bin nicht sicher, ob sie besser ist. Verrat unter Gangstern ist schliesslich ein alter Hut, wieso also diese Nuance überhaupt opfern?

Bharadwaj geht in der Abwertung Othellos / Omkaras noch eine Spur weiter, indem er zu lange suggeriert, Langda sei eifersüchtig auf Kesu, wenn doch diese Eifersucht stärker auf Omkara selbst gerichtet sein sollte. "Omkara" opfert hier weitere Ideen aus Shakespeares Vorlage. Ich behaupte nicht, man müsse sich sklavisch an das Vorbild halten, doch diese drei Komponenten (Omkara kein Edelmann, Eifersucht gegen Kesu, besetzt mit einem gedämpft spielenden Devgan) werten die Hauptfigur leider etwas ab. Das hat zum Beispiel die amerikanische Teenie-Version O geschickter gelöst. Der gefällt mir denn deshalb auch eine Spur besser.

Doch "Omkara" hat genügend Aspekte, um dieses Manko bei der Hauptfigur auszugleichen. Da wären die superedlen Bilder des in Amerika ausgebildeten Tassaduq "Nicky" Hussain. Da ist die geniale Musik von Vishal Bharadwaj selbst, die oft als Hintergrundmusik dient, manchmal aber auch Platz für bestens eingewobene Songs lässt. Wie eingangs erwähnt: Die Harmonie, mit welcher sich der Soundtrack zum Rest gesellt, ist bestaunenswert. Ganz besonders glänzt der Film aber wegen den Akteuren, die allesamt fulminant aufspielen. Allen voran Saif Ali Khan, der mit seinem dynamischen Auftritt die Lebensader des Films ausmacht. Ajay Devgan steht deutlich in seinem Schatten und ist, das sei nochmals erwähnt, eine Fehlbesetzung - doch er spielt an sich souverän und hat sich für den Part fitnessmässig ganz gehörig ins Zeug gelegt. Vivek Oberoi, nicht auf der Höhe seines Company-Durchbruchs, agiert solide. Kareena Kapoor, von der man längst weiss, dass sie mehr ist als nur eine Glamour-Puppe, glänzt als Desdemona-Ersatz Dolly. Sie hat einige der besten Szenen des Films. Konkona Sen Sharma ist etwas unterfordert, aber in ihren wenigen Szenen überzeugend. Ihr Schicksal unterscheidet sich übrigens von jenem der Emilia im Buch.

Naseeruddin Shah mit kahl rasierten Kopf ist gut, doch so richtig auftrumpfen kann er nicht. Und zum Schluss Bipasha Basu: Mag sein, dass sie primär besetzt wurde, um die Tänze zu absolvieren - doch selbst wenn dem so wäre, kann ich nur sagen: zum Glück! Die Frau ist eine Bombe und während ich nach ihrem Durchbruch vor ein paar Jahren gedacht habe, sie verliert an Erotik und an Star-Qualitäten, so beweist sie heute, dass sie ein leuchtender Stern am Bollywood-Himmel ist. Nicht nur mit ihrem Aussehen und dem Tanz ("Namak", "Beedi"), sondern auch mit ihrem Spiel. Schon in Apaharan hat sie aus einer kleinen Rolle viel mehr gemacht, als sie eigentlich hergegeben hätte, und auch hier wertet sie den Part ungeheuer auf. Zwischen Apaharan, Corporate und "Omkara" ist klar, dass Bipasha zu Bollywoods Besten gehört und sich in Nonsens wie Phir Hera Pheri unter Wert verkauft.

Bevor das Gelaber langweilig wird, sollte ich eine Art Fazit ziehen: "Omkara" ist beeindruckendes, bildstarkes Kino, vorzüglich inszeniert, hervorragend gespielt und von einer in Bollywood selten gesehenen Stringenz. Auf olle Comedy-Einschübe verzichtet Bharadwaj, seine Songs passen in die Handlung, statt die Zuschauer aus dem Film zu reissen. Leider schleichen sich ein paar Längen ein, der Film leidet an leichter Unterkühlung, ein paar Morde, die ausserhalb von Omkaras Gang passieren, sind unnötig konfus in die Story gebettet und die Hauptfigur bekam andere Nuancen als im Buch - was nicht nur zu ihrem Vorteil ist. Spätestens beim etwas bescheiden aufgebauten, aber emotional befriedigenden Finale sind die Sörgelchen mit dem Film aber beiseite gefegt. Für Vishal Bharadwaj ist "Omkara" sogar noch eine kleine Verbesserung zu Maqbool. Ich hoffe jedoch, er kann nun auch wieder Abseits von Shakespeares oft gesehenen Handlungselementen ein Werk produzieren, das uns aus den Socken haut. Das Zeug dazu hätte er.

 

SONGS
1) Naina - Das schöne Stück läuft nur kurz im Hintergrund (Rahat Fateh Ali Khan)
2) Omkara - Abwechslungsreiches, ungewöhnliches, aber cooles Stück. Auch primär Background-Einsatz (Sukhwinder Singh)
3) Beedi - Temporeiches Gutelaunestück mit sexy Bips beim Abtanzen (Sunidhi Chauhan, Sukhwinder Singh, Nachiketa Chakravorty and Clinton Cerejo)
4) O Saathi Re - Melancholisch-romantisches Stück, angenehm gesungen vom Regisseur persönlich (Shreya Ghoshal, Vishal Bhardwaj)
5) Namak - Sozusagen das "Kajra Re" des Films, v.a. in Kombination mit Bips' Tanz toll (Rekha Bhardwaj, Rakesh Pandit)
6) Laakad - Tragisches, austauschbares Lied (Rekha Bhardwaj)

 

 

 

12.1.07 18:08


Bunty Aur Babli

Komödie. Indien. Hindi
Alternativer Titel Bunty & Babli

Regie Shaad Ali Sahgal
Drehbuch Jaideep Sahni nach einer Story von Aditya Chopra
Produktion Aditya Chopra
Songs Shankar-Eshaan-Loy
Kamera Abhik Mukhopadhyay
Choreografie Vaibhavi Merchant, Bosco-Caesar, Shimak Davar
Darsteller Abhishek Bachchan, Rani Mukherjee, Amitabh Bachchan, Raj Babbar, Aishwarya Rai
Länge 163 Min.

Kinostart 27.5.2005
Trade classification
Superhit
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 6

Humor * * *

Spannung *

Action *

Gefühl *

Anspruch

Erotik *

STORY
Rakesh (Abhishek Bachchan) lebt mit seiner Mutter und seinem Vater (Raj Babbar), einem Bahnkondukteur, in Fursatganj im Bundesstaat Uttar Pradesh (1). Seine Eltern wollen, dass er in die Fussstapfen von Papa tritt, doch Rakesh hat andere Pläne - und reisst von zuhause aus. Unterwegs trifft er Vimmi (Rani Mukherjee), die ebenfalls ausriss: Ihre Eltern (
Puneet Issar, Kiran Joneja Sippy
) wollten sie verheiraten (2). Das Duo erkennt schnell, dass es mit Ehrlichkeit wohl nie ans Ziel kommt. Die zwei beschliessen, eine Zweckgemeinschaft zu bilden (3) - und Leuten Geld abzuluchsen (4). Das funktioniert so gut, dass sie damit reich werden und in Indien als "Bunty und Babli" zu zweifelhaftem Ruhm kommen. Dadurch ziehen sie aber das Interesse des verbissenen DCPs Dashrath Singh (Amitabh Bachchan) auf sich. Der Cop jagt das Gaunerpärchen, das in der Zwischenzeit heimlich geheiratet hat (5), quer durchs Land.

 

REVIEW
"Bunty aur Babli" ist tatsächlich ein Film der verpassten Chancen, wie der Kritiker von Upperstall ihn umschrieben hat. Doch anstatt daran zu versauern, was der Film hätte sein können, sollte man geniessen, was er ist: sommerleichter Masala-Spass mit hohem Charme-Faktor und keinerlei Tiefgang. Er könnte kaum zu einer besseren Jahreszeit laufen. Vielleicht ist gerade diese Hingabe an die Trivialkultur für manche Fans von Saathiya, dem ersten Film von Regisseur Shaad Ali Sahgal (den Nachnamen liess er früher weg), eine kleine Enttäuschung. Der war schwerere Kost, kein Wunder, war er doch ein Remake von Mani Rathnams Alai Payuthey. "Bunty aur Babli" dagegen ist ganz sein Baby und jenes von Autor / Produzent Aditya Chopra (DDLJ). Ein Gute-Laune-Film, dem ein Bollywood-Fan nur schwer widerstehen kann.

Am ehesten vergleichen kann man ihn mit Steven Spielbergs Catch Me If You Can, bei dem er nicht nur die Tricks und die Flucht vor einem besessenen Cop abguckt, sondern gegen Schluss noch etwas mehr. Gemeinsam haben die zwei Filme den federleichten Umgang mit moralisch etwas vom Weg abgekommenen Menschen. Das Duo ist kaum mit "Bonnie & Clyde" vergleichbar, da ihre Taten völlig harmlos sind: Ihren doofen Opfern mag mans gönnen, dass B&B sie ausrauben. Die zwei sind so clever, sie vermieten sogar einem Touristen das Taj Mahal. Deshalb verliert man auch nie die Sympathie für sie - ein wichtiges Element in einem Film, der ganz darauf ausgerichtet ist, dass man die Helden liebt.

Das tat ich voll und ganz. Abhishek war selten zuvor liebenswerter als hier. Manchmal wirkt er zu sehr wie ein Hampelmann und tanzen kann er immer noch nicht (beste Beispiele: "Nach Baliye" und "Kajra Re", doch er verströmt Charme gleich kiloweise. Und trotzdem muss er sich geschlagen geben: von Rani Mukherjee. Der momentane Bollywood-Darling hat für Sahgal schon in Saathiya überzeugt und steht diesmal regelrecht unter Strom. Das macht bereits der erste Song "Dhadak Dhadak" (6) klar, bei dem sie weniger tanzt, als elektrifiziert auf dem Boden herumspringt. Das Energiebündel Rani hält "Bunty aur Babli" auch in den schwächeren Momenten am Leben. Ihr grösstes Manko: Die absichtlich künstlichen Heul-Szenen sind scheusslich. Aber wenn das alles ist, dann kann man sich glücklich schätzen. Und als Bonus gibts drei zärtliche Küsschen (7) für ihren Yuva-Co-Star Abhishek kurz vor dem Lied "Chup Chupke". Weil die Chemie der beiden so gut ist, sind die Lippenbekenntnisse selbst für Bollywood-Verhältnisse ausnahmsweise nicht schlüpfrig.

Von grösstem Interesse sind aber auch zwei Nebendarsteller. Zum einen Amitabh Bachchan, der ein Intro à la Chow Yun-Fat in A Better Tomorrow (8) bekommt. Dies ist sein erster gemeinsamer Auftritt mit Sohnemann Abhishek und es gibt etliche Szenen, die "subtil" darauf hinweisen ("mein Vater ist genau wie sie". Ihre ersten Worte schreiben eigentlich Kinogeschichte und sind trotzdem so schön lapidar (9). Die Chemie zwischen den beiden ist jedenfalls hervorragend. Schade nur, darf Big B nicht etwas länger mit Black-Co-Star Rani Mukherjee verweilen. Dafür tröstet ihn eine andere Dame - niemand Geringeres als Aishwarya Rai (10). In ihrem ersten Item Song seit "Ishq Kamina" in Shakti: The Power zeigt sich die Miss World von der besten Seite: von hinten. Ihr Rücken bekommt beinahe eine eigene Hauptrolle während dem Track "Kajra Re". Dieser lange Song ist schlichtweg genial. Ash wirkt neben den Bachchans winzig (11), und dass sie ihre einfachen Schritte übernehmen muss, zaubert ein Lächeln aufs Gesicht. Eine der besten Tänzerinnen Bollywoods mit zwei der schlechtesten - aber es funktioniert blendend. Die Qawwali-Nummer verleitet zudem einfach zum Mitschwingen. Nicht umsonst lupft es Amitabhs Schulter am Anfang regelrecht von selbst.

Interessanterweise war das Lied bevor ich den Film gesehen habe, nicht mein Lieblingsstück. Die Ehre kam erst "Dhadak Dhadak" zu, später "Nach Baliye" und nach weiteren Wochen "Chup Chupke". Erst vor wenigen Tagen ging mit "Kajra Re" richtig in die Knochen und nun kann ich sagen, ich liebe jedes einzelne Lied des Soundtracks ("B n B" zählt nicht, weil der Rap in den End Credits läuft). Shankar-Eshaan-Loy haben definitiv einer der besten und eingängigsten Scores des Jahres gezaubert und er passt zu "Bunty aur Babli" wie die Faust aufs Auge. "Kajre Re" ist verbunden mit dem grandiosen Ash-Cameo das pièce de résistance, doch alle Tracks sind toll.

Ist das schon 3½ Sterne wert, könnte man fragen. Mal sehen: Sympathische Akteure, grossartige Chemie, witzige Verkleidungen, einzigartige Lieder, ein von Farben und Energie berstender Look, eine federleichte Story und Rani in Topform? Gar keine Frage: na klar! Der Film mag keinen bleibenden Wert haben und die Story ufert zum Schluss tatsächlich aus. Schlimmer noch: Nach dem Intervall ist sie weder spannend noch frisch genug. Aber das ist bei einem Film dieser Art beinahe sekundär. Auch ich war etwas enttäuscht, dass die zweite Hälfte nicht mehr Pfeffer im Arsch hatte und dass die Tricks, die B & B anstellten (12), nicht ausführlicher gezeigt wurden  - aber man muss bewerten, was man kriegt, nicht was man will. Und ich bekam einen Masti-Entertainer der oberen Güteklasse, der knapp 3½ Sterne wert ist. Am Box Office mauserte sich der Streifen denn auch zum bisher erfolgreichsten Bollywood-Film des Jahres und ist auf dem besten Weg, der vierterfolgreichste des aktuellen Jahrzehnts zu werden (hinter Gadar, K3G und Koi... Mil Gaya). Das qualifiziert ihn als Überraschungshit. Und ich mag es dem drolligen Filmchen gönnen.

 

SONGS
1) Dhadak Dhadak - Attraktiv gefilmter Einstieg mit flottem Gesang von Udit Narayan und Sunidhi Chauhan (13).
2) Bunty aur Babli - Der coole Titelsong (
Blaaze,
Shankar Mahadevan, Loy Mendosa) wird leider in die Handlung eingeflochten und stets unterbrochen.
3) Nach Baliye - Cooler Song von Shankar Mahadevan, Loy Mendosa und Somya Rao, aber der Anfang mit Abi und Rani in SM-Leder ist ein Graus! (14).
4) Chup Chupke - Liebreizender Song mit schönen Locations und den bezaubernden Stimmen von Sonu Nigam und Mahalaxmi Iyer (15, 16)
5) Kajra Re - Ein wunderbarer Qawwali-Track, gesungen von Alisha Chinai und Shankar Mahadevan, bei dem die Schultern von selber zu zucken beginnen.
6) B n B - Die Rap-Fassung des Titellieds ist ziemlich peinlich und der Gedanke, Big B dazu rappen zu sehen, beängstigend - aber für die End Credits ist die Kombo ganz witzig.

 

12.1.07 18:07


UMRAO JAAN

Drama. Indien. Urdu
Alternativer Titel
-

Regie J.P. Dutta
Drehbuch J.P. Dutta, O.P Dutta nach dem Roman von Mirza Muhammad Hadi Ruswa
Produktion J.P. Dutta
Songs Anu Malik
Kamera Ayananka Bose
Choreografie Vaibhavi Merchant
Darsteller Aishwarya Rai, Abhishek Bachchan, Shabana Azmi, Sunil Shetty,
Divya Dutta, Himani Shivpuri, Kulbhushan Kharbanda, Puru Rajkumar
Länge 188 Min.

Kinostart 3.11.2006
Box office classification
Desaster
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 6

Humor

Spannung

Action

Gefühl * *

Anspruch * *

Erotik *

STORY
Nordindien im 19. Jahrhundert: Weil er Streit mit einem Gesetzeshüter hat, entführt der schmierige Dilawer Khan (Vishwajeet Pradhan) dessen Tochter Amiran (Bansree Madan). Er bringt das Mädchen nach Lucknow ins Bordell von Khanum Sahib (Shabana Azmi), die es Khan abkauft, ihm dem Namen Umrao verleiht und es in die Obhut von Bua Hussaini (Himani Shivpuri) und Maulvi Sahab (Kulbhushan Kharbanda) gibt. Umrao wächst bei ihren Ersatzeltern zur jungen Frau (Aishwarya Rai) heran und als die schöne Kurtisane ihre erste erfolgreiche Mujra-Vorführung vor der versammelten Elite Lucknows gibt, wird sie zum Stadtgespräch Nummer eins. Der junge Nawab Sultan (Abhishek Bachchan) erkauft sich die erste Nacht mit ihr. Dabei funkt es: Umrao und der Prinz verlieben sich ineinander.

 

REVIEW
"Umrao Jaan" ist ebenso schön wie lang. Ein ansprechendes, elegantes und ziemlich anstrengendes Remake von einem Regisseur, der sein Talent gehörig überschätzt, die Zuschauer 188 Minuten lang bei der Stange zu halten. Das erstaunt nicht, hat uns doch J.P. Dutta zuletzt den unsäglichen Kriegs-Koloss L.O.C. mit 244 Minuten Länge vorgesetzt. Doch da er sich diesmal auf eine Figur, statt ein Dutzend konzentriert, bestand Hoffnung auf Besserung. Die ist da: Der Film ist kürzer und konzentrierter. Doch es zeigt sich einmal mehr, dass ein Regisseur, der auch Produzent und Autor in einem ist, oft nicht den Willen zeigt, am richtigen Ort sein "Baby" zu kürzen. Ein guter Cutter hätte den Film mit Straffung noch aufwerten können - die Grundlage zu einem eindrücklichen Werk ist nämlich da.

Das liegt in erster Linie an der Vorlage, dem Roman "Umrao Jaan Ada" des in Lucknow aufgewachsenen Urdu-Poeten Mirza Muhammad Hadi Ruswa (1857-1931). Er rekonstruiert das Leben der Kurtisane Umrao, die im Film ihre Lebensgeschichte dem Autor Ruswa aus erster Hand vorträgt. Der Stoff liefert zum einen ein persönliches Lebensdrama einer bemerkenswerten Frau, zum anderen einen nicht minder interessanten Einblick in die Nawab-Kultur von Lucknow während ihrer Blütephase vor der britischen Annexion der Stadt und der Provinz Awadh anno 1856. Bekanntermassen liess sich bereits 1981 der in Lucknow geborene Regisseur Muzaffar Ali von dem Stoff inspirieren und drehte seine klassische (und einen Deut überschätzte) Adaption Umrao Jaan mit Rekha in der Hauptrolle. In deren Fussstapfen zu treten, war von Anfang an ein schwieriges Unterfangen.

Duttas Neuverfilmung macht aber so manches richtig, erst einmal die Besetzung. Umrao selbst mit Aishwarya Rai zu casten, war ein besonders guter Schachzug, denn das von Neidern oft als püppchenhaft abgestempelte Aussehen unterstreicht die unnahbare Erscheinung der Kurtisane, die nicht von dieser Welt scheint. Und die Ex-Miss-World tanzt natürlich wie ein Engel. Sie ist klassisch geschult und trägt die Mujra-Tänze mit ihren Kathak-Einlagen und den Glöckchen an den Füssen mit Anmut und Schönheit vor. Obwohl Dutta ein paar Mal zu oft auf die Tanzkünste von Miss Rai setzt: Diese Szenen beleben den Film fast im Alleingang. Weniger erfolgreich ist Ash dagegen in den emotionalen Szenen. Sie kann solche meistern, das hat sie gezeigt, doch im letzten Filmdrittel verkrampft sie sich hier zusehends. Die stets geröteten Augen sind das eine deutliche Kennzeichen dafür, eine schlecht gespielte Szene, in der Gauhar (Puru Rajkumar) sich an ihr vergeht, das andere. Generell jedoch eine starke Performance, die nicht an jene von Rekha heranreicht, aber ihre eigenen Vorzüge hat.

Abhishek Bachchan gibt ihren schmucken Prinzen - und die Rolle des gepflegten Nawab liegt dem aus dem nahe gelegenen Allahabad stammenden Star sichtlich. Dadurch, dass seine wichtigste Entscheidung vor der Intermission nicht durch familiären Druck bedingt ist (wie in der 81er-Fassung), sondern duch Verletzung seines Männerstolzes, passt dies zum Bild des Films, Umraos Männer negativ darzustellen. Nicht minder überzeugend: 70's-Schönheit und Parallel-Cinema-Königin Shabana Azmi als etwas zu nette und zu selten vorkommende Puffmutter, Kulbhushan Kharbanda als fürsorglicher Ersatzvater und Divya Dutta als anfänglich eifersüchtige Kurtisane. Sunil Shetty fehlt in späten Szenen etwas das Pathos für den Part des Faiz Ali, da wird zu viel verschenkt, doch er spielt solide. Dutta besetzte fraglos geschickt, das trägt den Film - vor allem in der zähen Anfangsphase. Ich habe die erste Stunde zwar überraschend genossen: Ashs Herantasten an das Kurtisanen-Leben und später an den noblen Prinzen, die Lieder ("Salaam" läuft einem noch lange nach), die Paläste, die Kostüme. Weil alles derart harmoniert, konnte ich lange mithalten. Erst etwa ab dem Song "Jhute Izaam" wirds anstrengend. Zuviel wiederholt sich und man kann auch Abhi und Ash beim besten Willen nicht endlos zusehen, wie sie sich Dialoge zuflüstern und sich im Haar kraulen. Irgendwann muss mal was von Substanz her!

Gerade im Mittelteil müsste deshalb unbedingt die Schere ran. Der unnötig kitschig inszenierte und daher nicht zur Schwere des Films passende "Bekha Diya Hamein" könnte mühelos ganz weg, und wenn nicht so rabiat, dann doch immerhin manche Szenen drumherum. Man hat da zu oft das Gefühl, Dutta wolle den Roman Wort für Wort verfilmen (selbst wenn er es nicht tut) und er folge sklavisch dem literarischen Charakter der Figur, anstatt eine cineastisch brauchbare Adaption zu liefern. Der Film fühlt sich stets an wie eine historische Literaturverfilmung, das dürfte gewollt sein, doch auch an einer solchen darf man dramaturgisch motivierte Änderungen vornehmen. Dutta vertraut schlicht viel zu stark darauf, dass wir von den Urdu-Zeilen, dem Ambiente und den Stars verzaubert würden, doch selbst der wohlwollendste Zuschauer ist davon irgendwann gesättigt.

Kurioserweise ist das letzte Drittel, das den Plot endlich voran bringt, auch nicht viel besser. Wegen Ashs hysterischer werdenden Spiel und der plötzlichen Überhastung der Ereignisse. Gerade Umraos Schicksalsschläge hätten besser einsinken müssen, durch die Hetze leidet man zu wenig mit. Ashs rote Augen alleine erledigen das nicht. Zum Schluss bleibt deshalb erstaunliche Leere. Man hat weniger das Gefühl, ein grandioses Leben vorgeführt bekommen zu haben, sondern eine durchaus interessante Frau in einem deutlich interessanteren Umfeld miterlebt zu haben. Das ist die Schwäche des Films, da er dem Titel "Umrao Jaan" nur halbwegs gerecht wird und die Faszination der Figur aufs Spiel setzt - und gleichzeitig seine Stärke, denn durch den Originalfilm kennen wir Umrao schon. Die Neuverfilmung wählt andere Ansätze und kopiert nicht blind, daher können wir uns diesmal eher auf das Umfeld und das Setting konzentrieren.

Dieses ist, wie eingangs erklärt, ungeheuer schön. Dutta wechselt den Farbkodex von Lied zu Lied - von gelb über grün zu blau - und verleiht jedem Stück des Films eine leicht andere Nuance. Die Säle der Paläste sind wunderbar, die Musik ebenso, man atmet richtig Kultur. Meint man jedenfalls. Deshalb fällt es auch leichter, "Umrao Jaan" zu bewundern und zu bestaunen, als wirklich zu mögen. Es ist ein ambitioniertes, sehenswertes und ungemein elegantes Werk, doch eines, das das Seelenleben der Hauptfigur nur ungenügend ausleuchtet und auf mehreren Ebenen der Erstverfilmung hinterher hinkt. Die Hauptschuld liegt bei J.P. Dutta, der sich nach seinem aufgeblasenen L.O.C. noch nicht ganz vom Grössenwahn erholt hat. Der Regisseur drehte in den 80ern einige fast vergessene, aber tolle Streifen wie Yateem oder Batwara. Seit er auf die Kriegsfilmschiene gewechselt hat (Border, Refugee, L.O.C.), hat er an erzählerischem Talent eingebüsst und dies wird bei seiner Rückkehr auf nicht-kriegerisches Terrain deutlich. Also J.P., Ego zurücknehmen und eine tolle Story in angemessener Zeit erzählen. Dann klappt es nächstes Mal besser. "Umrao Jaan" ist auf jeden Fall ein attraktiver Film auf dem Weg zur "Genesung".

 

SONGS
1) Ek Toote Huye - Nette akustische Einstimmung in den Film (Alka Yagnik)
2) Salaam - Das Lied ist für sich schon wunderbar, doch erst in Verbindung mit Ashs erstem Tanz im Film wird es wahrhaft gross (Alka Yagnik).
3) Pehle Pehel - Zauberhaftes Lied, vor allem der Gesang ist toll (Alka Yagnik)
4) Jhute Ilzaam - Schön gefilmtes Lied mit melancholischen Lyrics (Alka Yagnik)
5) Behka Diya Hamein - Das Duett ist ansprechend, doch kitschig inszeniert (Sonu Nigam, Alka Yagnik)
6) Main Na Mil - Wehklagendes Lied, attraktiv umgesetzt (Alka Yagnik)
7) Pooch Rahe Hain - Kurzes, Story-gebundenes Lied, nichts Spezielles (Alka Yagnik)

 

 

12.1.07 18:05


UMRAO JAAN

Drama. Indien. Urdu
Alternativer Titel
-

Regie J.P. Dutta
Drehbuch J.P. Dutta, O.P Dutta nach dem Roman von Mirza Muhammad Hadi Ruswa
Produktion J.P. Dutta
Songs Anu Malik
Kamera Ayananka Bose
Choreografie Vaibhavi Merchant
Darsteller Aishwarya Rai, Abhishek Bachchan, Shabana Azmi, Sunil Shetty,
Divya Dutta, Himani Shivpuri, Kulbhushan Kharbanda, Puru Rajkumar
Länge 188 Min.

Kinostart 3.11.2006
Box office classification
Desaster
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 6

Humor

Spannung

Action

Gefühl * *

Anspruch * *

Erotik *

STORY
Nordindien im 19. Jahrhundert: Weil er Streit mit einem Gesetzeshüter hat, entführt der schmierige Dilawer Khan (Vishwajeet Pradhan) dessen Tochter Amiran (Bansree Madan). Er bringt das Mädchen nach Lucknow ins Bordell von Khanum Sahib (Shabana Azmi), die es Khan abkauft, ihm dem Namen Umrao verleiht und es in die Obhut von Bua Hussaini (Himani Shivpuri) und Maulvi Sahab (Kulbhushan Kharbanda) gibt. Umrao wächst bei ihren Ersatzeltern zur jungen Frau (Aishwarya Rai) heran und als die schöne Kurtisane ihre erste erfolgreiche Mujra-Vorführung vor der versammelten Elite Lucknows gibt, wird sie zum Stadtgespräch Nummer eins. Der junge Nawab Sultan (Abhishek Bachchan) erkauft sich die erste Nacht mit ihr. Dabei funkt es: Umrao und der Prinz verlieben sich ineinander.

 

REVIEW
"Umrao Jaan" ist ebenso schön wie lang. Ein ansprechendes, elegantes und ziemlich anstrengendes Remake von einem Regisseur, der sein Talent gehörig überschätzt, die Zuschauer 188 Minuten lang bei der Stange zu halten. Das erstaunt nicht, hat uns doch J.P. Dutta zuletzt den unsäglichen Kriegs-Koloss L.O.C. mit 244 Minuten Länge vorgesetzt. Doch da er sich diesmal auf eine Figur, statt ein Dutzend konzentriert, bestand Hoffnung auf Besserung. Die ist da: Der Film ist kürzer und konzentrierter. Doch es zeigt sich einmal mehr, dass ein Regisseur, der auch Produzent und Autor in einem ist, oft nicht den Willen zeigt, am richtigen Ort sein "Baby" zu kürzen. Ein guter Cutter hätte den Film mit Straffung noch aufwerten können - die Grundlage zu einem eindrücklichen Werk ist nämlich da.

Das liegt in erster Linie an der Vorlage, dem Roman "Umrao Jaan Ada" des in Lucknow aufgewachsenen Urdu-Poeten Mirza Muhammad Hadi Ruswa (1857-1931). Er rekonstruiert das Leben der Kurtisane Umrao, die im Film ihre Lebensgeschichte dem Autor Ruswa aus erster Hand vorträgt. Der Stoff liefert zum einen ein persönliches Lebensdrama einer bemerkenswerten Frau, zum anderen einen nicht minder interessanten Einblick in die Nawab-Kultur von Lucknow während ihrer Blütephase vor der britischen Annexion der Stadt und der Provinz Awadh anno 1856. Bekanntermassen liess sich bereits 1981 der in Lucknow geborene Regisseur Muzaffar Ali von dem Stoff inspirieren und drehte seine klassische (und einen Deut überschätzte) Adaption Umrao Jaan mit Rekha in der Hauptrolle. In deren Fussstapfen zu treten, war von Anfang an ein schwieriges Unterfangen.

Duttas Neuverfilmung macht aber so manches richtig, erst einmal die Besetzung. Umrao selbst mit Aishwarya Rai zu casten, war ein besonders guter Schachzug, denn das von Neidern oft als püppchenhaft abgestempelte Aussehen unterstreicht die unnahbare Erscheinung der Kurtisane, die nicht von dieser Welt scheint. Und die Ex-Miss-World tanzt natürlich wie ein Engel. Sie ist klassisch geschult und trägt die Mujra-Tänze mit ihren Kathak-Einlagen und den Glöckchen an den Füssen mit Anmut und Schönheit vor. Obwohl Dutta ein paar Mal zu oft auf die Tanzkünste von Miss Rai setzt: Diese Szenen beleben den Film fast im Alleingang. Weniger erfolgreich ist Ash dagegen in den emotionalen Szenen. Sie kann solche meistern, das hat sie gezeigt, doch im letzten Filmdrittel verkrampft sie sich hier zusehends. Die stets geröteten Augen sind das eine deutliche Kennzeichen dafür, eine schlecht gespielte Szene, in der Gauhar (Puru Rajkumar) sich an ihr vergeht, das andere. Generell jedoch eine starke Performance, die nicht an jene von Rekha heranreicht, aber ihre eigenen Vorzüge hat.

Abhishek Bachchan gibt ihren schmucken Prinzen - und die Rolle des gepflegten Nawab liegt dem aus dem nahe gelegenen Allahabad stammenden Star sichtlich. Dadurch, dass seine wichtigste Entscheidung vor der Intermission nicht durch familiären Druck bedingt ist (wie in der 81er-Fassung), sondern duch Verletzung seines Männerstolzes, passt dies zum Bild des Films, Umraos Männer negativ darzustellen. Nicht minder überzeugend: 70's-Schönheit und Parallel-Cinema-Königin Shabana Azmi als etwas zu nette und zu selten vorkommende Puffmutter, Kulbhushan Kharbanda als fürsorglicher Ersatzvater und Divya Dutta als anfänglich eifersüchtige Kurtisane. Sunil Shetty fehlt in späten Szenen etwas das Pathos für den Part des Faiz Ali, da wird zu viel verschenkt, doch er spielt solide. Dutta besetzte fraglos geschickt, das trägt den Film - vor allem in der zähen Anfangsphase. Ich habe die erste Stunde zwar überraschend genossen: Ashs Herantasten an das Kurtisanen-Leben und später an den noblen Prinzen, die Lieder ("Salaam" läuft einem noch lange nach), die Paläste, die Kostüme. Weil alles derart harmoniert, konnte ich lange mithalten. Erst etwa ab dem Song "Jhute Izaam" wirds anstrengend. Zuviel wiederholt sich und man kann auch Abhi und Ash beim besten Willen nicht endlos zusehen, wie sie sich Dialoge zuflüstern und sich im Haar kraulen. Irgendwann muss mal was von Substanz her!

Gerade im Mittelteil müsste deshalb unbedingt die Schere ran. Der unnötig kitschig inszenierte und daher nicht zur Schwere des Films passende "Bekha Diya Hamein" könnte mühelos ganz weg, und wenn nicht so rabiat, dann doch immerhin manche Szenen drumherum. Man hat da zu oft das Gefühl, Dutta wolle den Roman Wort für Wort verfilmen (selbst wenn er es nicht tut) und er folge sklavisch dem literarischen Charakter der Figur, anstatt eine cineastisch brauchbare Adaption zu liefern. Der Film fühlt sich stets an wie eine historische Literaturverfilmung, das dürfte gewollt sein, doch auch an einer solchen darf man dramaturgisch motivierte Änderungen vornehmen. Dutta vertraut schlicht viel zu stark darauf, dass wir von den Urdu-Zeilen, dem Ambiente und den Stars verzaubert würden, doch selbst der wohlwollendste Zuschauer ist davon irgendwann gesättigt.

Kurioserweise ist das letzte Drittel, das den Plot endlich voran bringt, auch nicht viel besser. Wegen Ashs hysterischer werdenden Spiel und der plötzlichen Überhastung der Ereignisse. Gerade Umraos Schicksalsschläge hätten besser einsinken müssen, durch die Hetze leidet man zu wenig mit. Ashs rote Augen alleine erledigen das nicht. Zum Schluss bleibt deshalb erstaunliche Leere. Man hat weniger das Gefühl, ein grandioses Leben vorgeführt bekommen zu haben, sondern eine durchaus interessante Frau in einem deutlich interessanteren Umfeld miterlebt zu haben. Das ist die Schwäche des Films, da er dem Titel "Umrao Jaan" nur halbwegs gerecht wird und die Faszination der Figur aufs Spiel setzt - und gleichzeitig seine Stärke, denn durch den Originalfilm kennen wir Umrao schon. Die Neuverfilmung wählt andere Ansätze und kopiert nicht blind, daher können wir uns diesmal eher auf das Umfeld und das Setting konzentrieren.

Dieses ist, wie eingangs erklärt, ungeheuer schön. Dutta wechselt den Farbkodex von Lied zu Lied - von gelb über grün zu blau - und verleiht jedem Stück des Films eine leicht andere Nuance. Die Säle der Paläste sind wunderbar, die Musik ebenso, man atmet richtig Kultur. Meint man jedenfalls. Deshalb fällt es auch leichter, "Umrao Jaan" zu bewundern und zu bestaunen, als wirklich zu mögen. Es ist ein ambitioniertes, sehenswertes und ungemein elegantes Werk, doch eines, das das Seelenleben der Hauptfigur nur ungenügend ausleuchtet und auf mehreren Ebenen der Erstverfilmung hinterher hinkt. Die Hauptschuld liegt bei J.P. Dutta, der sich nach seinem aufgeblasenen L.O.C. noch nicht ganz vom Grössenwahn erholt hat. Der Regisseur drehte in den 80ern einige fast vergessene, aber tolle Streifen wie Yateem oder Batwara. Seit er auf die Kriegsfilmschiene gewechselt hat (Border, Refugee, L.O.C.), hat er an erzählerischem Talent eingebüsst und dies wird bei seiner Rückkehr auf nicht-kriegerisches Terrain deutlich. Also J.P., Ego zurücknehmen und eine tolle Story in angemessener Zeit erzählen. Dann klappt es nächstes Mal besser. "Umrao Jaan" ist auf jeden Fall ein attraktiver Film auf dem Weg zur "Genesung".

 

SONGS
1) Ek Toote Huye - Nette akustische Einstimmung in den Film (Alka Yagnik)
2) Salaam - Das Lied ist für sich schon wunderbar, doch erst in Verbindung mit Ashs erstem Tanz im Film wird es wahrhaft gross (Alka Yagnik).
3) Pehle Pehel - Zauberhaftes Lied, vor allem der Gesang ist toll (Alka Yagnik)
4) Jhute Ilzaam - Schön gefilmtes Lied mit melancholischen Lyrics (Alka Yagnik)
5) Behka Diya Hamein - Das Duett ist ansprechend, doch kitschig inszeniert (Sonu Nigam, Alka Yagnik)
6) Main Na Mil - Wehklagendes Lied, attraktiv umgesetzt (Alka Yagnik)
7) Pooch Rahe Hain - Kurzes, Story-gebundenes Lied, nichts Spezielles (Alka Yagnik)

 

 

12.1.07 18:05


Kabhi alvida naa kehna-2006

Drama. Indien. Hindi
Alternative Titel
KANK; Never Say Goodbye

Regie Karan Johar
Drehbuch Karan Johar, Shibani Bathija
Produktion Hiroo Yash Johar
Songs
Shankar-Ehsaan-Loy
Kamera Anil Mehta
Choreografie Farah Khan
Darsteller Shahrukh Khan, Rani Mukherjee, Preity Zinta, Abhishek Bachchan,
Amitabh Bachchan, Kiron Kher, Arjun Rampal,
Ahsaan Channa, John Abraham, Kajol

Länge 192 Min.

Kinostart 11.8.2006
Trade classification
Hit
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 6

Humor * *

Spannung * *

Action

Gefühl * *

Anspruch *

Erotik *

STORY
New York: Rishi (Abhishek Bachchan), der Sohn des Exzentrikers Samarjit "Sam" Singh Talwar (Amitabh Bachchan), heiratet die hübsche Maya (Rani Mukherjee), die bis zuletzt zögerte. Der Fussballer Dev Saran (Shahrukh Khan) überzeugte sie davon, dass sie die Ehe wagen sollte - danach trennten sich ihre Wege und er verunfallte: Devs Sportkarriere ist beendet. Jahre später ist aus ihm ein verbitterter Mann geworden. Die Brötchen verdient seine Frau Rhea (Preity Zinta), die Leiterin eines Modemagazins. Das gibt Devs Ego einen weiteren Knick. Eines Tages trifft er Maya wieder. Auch ihre Ehe kriselt, massgeblich deshalb, weil sie ihrem etwas kindlichen Gatten kein Baby gebären kann. Zwischen Dev und Maya entsteht nach manchen Streitereien langsam eine Bindung.

 

REVIEW
Vor nunmehr vier Jahren habe ich Lagaan im Kino gesehen und war angefixt. Doch erst meine erste Bollywood-DVD machte mich süchtig. Es war Kuch Kuch Hota Hai und nicht nur deshalb werde ich auf alle Zeiten einen ganz weichen Punkt für Regisseur Karan Johar haben. Sein Nachfolge-Hit Kabhi Khushi Kabhie Gham, in seiner Heimat häufig wegen seiner Dekadenz gescholten, richtete bei meinen Tränenkanälen vernichtende Schäden an und er brachte den deutschsprachigen Raum auf Bollywood-Kurs. Deshalb hat nun auch halb Zentraleuropa eine besondere Sympathie für Johar. Der Hype um seinen dritte Regiearbeit "Kabhi Alvida Naa Kehna" war dementsprechend in unseren Breitengraden mindestens so gross wie in Indien - wenn unter Fans nicht sogar grösser. Diesem ungeheuren Druck hält der Film nicht stand. Nimmt man einen Schritt zurück, entdeckt man in dem simpel gestrickten 192-Minuten-Koloss aber vieles, was wir an Bollywood lieben gelernt haben.

Das sind primär die Stars. In Indien pflegt man einen Starkult, der weit über jenen in Hollywood hinausgeht. Hiesige Bollywood-Fans lassen sich davon mühelos anstecken, ich bin da keine Ausnahme. Solch vorbehaltlos sehenswerte Schauspieler wie Shahrukh Khan, Rani Mukherjee, Preity Zinta, Abhishek Bachchan und Amitabh Bachchan in einem Film zu bestaunen, ist per se bereits ein Erlebnis. Die Leute könnten aus dem Telefonbuch vorlesen, man würde an ihren Lippen kleben. Aussenstehende haben Mühe, das nachzuvollziehen und rational lässt sich das auch nicht vollständig erklären - doch Fakt bleibt, selbst in den ödesten Minuten dieser Drei-Stunden-plus (der erste Bollywood-Film dieses Jahres, der über 180 Minuten dauert) ist "Kabhi Alvida Naa Kehna" eine Freude, da jeder Witz, jedes Tänzchen, jede Träne dieser Stars eine Kraft entwickeln, die Karan Johar hervorragend zu uns zu tragen weiss.

Darauf ist er auch dringend angewiesen, denn seine Story ist dünn. Vergesst das Gerede um einen "mutigen Film über Seitensprung". Das ist es nicht. KANK ist vielmehr eine klassische Bollywood-Vierecksgeschichte mit dem minimalen Unterschied, dass beide Paare verheiratet sind. Die Essenz bleibt dieselbe und Karan versucht verbissen, den Film als mehr hinzustellen, als er eigentlich ist. Er ist keine Reflexion über Ehe, Liebe und Vertrauen, das sind höchstens kleine Bausteine in einer formelhaften Vierecksstory. Dass die Story nur haarscharf über 0% Tiefgang birgt, schiebe ich Shibani Bathija in die Schuhe. Wer ist diese Dame? Kein Bollywood-Fan hat je was von ihr gehört und dieses Jahr schreibt sie aus dem Stand die Drehbücher für zwei der grössten Produktionen: Fanaa und KANK. Beide lahmen an einem einfachen Drehbuch, gaukeln aber vor, tiefgründig zu sein. Dünne Figuren und Geschichten sind mir in einem Popcorn-Film egal, doch wenn ein Streifen ernste, lebensnahe und kontroverse Themen anpackt, muss er diesen auch gerecht werden. Die beiden Filme schaffen genau das nicht. Fanaa brach sein Reissbrett-Skript sogar fast das Genick, KANK überlebt es besser, weil es keine Story über Politik und Terror ist, sondern nur über vier mehr oder weniger verliebte Leute. Doch um weiteren Schaden abzuwenden: Verpasst dieser Dame so schnell wie möglich einen Fusstritt und lasst sie nie wieder ein Skript schreiben. Nie. Wieder.

Zum Glück war Karan selbst Co-Autor und gibt den Ereignissen seinen eigenen Touch. Diesen erkennt man bereits in den Anfangsszenen, wenn Shahrukh genauso eingeführt wird wie Hrithik in K3G. Was mir an der Anfangsphase indes gefiel, war die gewitzte Montage. Doch es fehlt dieses Gefühl, man werde etwas Grosses sehen, wie in K3G, da Johar einem die Figuren im Schnelldurchlauf vorstellt. Grosse Überraschungen hat er danach nicht mehr bereit, aber die Freude liegt im Detail. Zum Beispiel den Dialogen, die mit Sätzen wie "ich bin der grösste Kompromiss in deinem Leben" oder "Sam rennt den Weibern nach, Samarjit den Erinnerungen" überraschend deutlich auf den Punkt kommen. Das ist man vom Hindi-Kino, wo meist lange und poetisch um den heissen Brei geredet wird, nicht gewohnt.

Ebenso schön die vielen Filmanspielungen vom witzigen DDLJ-Zitat unter den Kindern, die Dev Anand- und Rishi Kapoor-Namensnennung, Amitabhs "just chill"-Gesang und eine (nicht ganz gelungene) Hommage an die berühmte Orgasmus-Szene in "When Harry Met Sally". Wie von Karan nicht anders gewohnt, flicht er natürlich auch wunderbare Songs ein, die in Kombination mit den Bildern, den Kostümen von Manish Malhotra und Farah Khans Choreografie zum Genuss werden. Bestes Beispiel: "Rock 'N' Roll Soniye" ist für jeden, der je mit Karan-Johar-Filmen angefixt wurde, eine in Euphorie versetzende Party, das Äquivalent zu "Say Shava Shava" - und dass Kajol einen Gastauftritt hat, versüsst die Sache doppelt. John Abraham absolviert ein Cameo in "Where's the Party Tonight" und auch wenn er ohne Gaststar auskommen muss, ist auch "Mitwa" herrlich. In "Tumhi Dekho Naa" läuft Kameramann Anil Mehta (Veer-Zaara) auch einmal zu Hochform auf, sonst bleibt er überraschenderweise etwas im Hintergrund. New York ist halt eben auf Dauer nicht der attraktivste Platz (anders als im Johar-produzierten Kal Ho Naa Ho drehte das Team diesmal wirklich im Big Apple). Mir wäre es lieber, Johar würde mal wieder in Indien drehen, statt sich betont modern und dadurch visuell so glatt poliert zu geben. Sein Kameramann wäre ihm sicher auch dankbar.

Dieses moderne Element zieht sich durch den ganzen Film. Das Thema möchte modern und mutig sein, die Kleider sind modern, die Musik, die Wohnungen. Dadurch entfernt sich Karan aber zunehmend von seiner Heimat - durchaus gewollt, aber auch etwas befremdlich für uns Fans. Wenn ich einen New-York-Film will, schaue ich mir einen alten Woody Allen an. Ist es wirklich zwingend, dass uns nun auch einer der wichtigsten Filmemacher Bollywoods gleich zweimal hintereinander eine Geschichte auf dem amerikanischen Kontinent vorsetzt? Ein kleines Dorf wäre eh besser gewesen, da sich hier die Leute ständig über den Weg laufen. In einem Kaff kein Problem, in New York wohl eher unwahrscheinlich. Doch Johar sieht sich gerne als Kosmopolit, darum dreht er in einer Metropole und darum rutscht KANK bedenklich nahe an einen Werbefilm für "Vanity Fair" oder "Vogue". Das dürfte die Gerüchte über Karans Homosexualität eher verstärken als zerstreuen.

Letztendlich hängt das Mass eurer Zuneigung zu KANK von vorgegebenen Faktoren ab, nicht zuletzt vom Mögen oder Nicht-Mögen Shahrukh Khans. Ich mag ihn, doch hier ist er eher eines der schwächeren Elemente. Er verzichtet auf sein bekanntes Kopfschüttel-Leiden und versucht sich stattdessen in den dramatischen Szenen darin, seinen Unterkiefer auszurenken und hilflos die Augen zu verdrehen. Zu oft grenzt das ans Grimassenschneiden und wäre das nicht Shahrukh Khan, der selbst in einer verbitterten Rolle Charisma ausstrahlt, man müsste ihn für sein Spiel in die Pfanne hauen. KANK ist eine seiner durchschnittlicheren Leistungen und dementsprechend wenig leidet man mit ihm mit. Da kann er noch so oft heulen. Rani hingegen ist das schauspielerische Glanzlicht, schön und engagiert wie immer. Die unterforderte Preity, Abhishek, Arjun Rampal und Kiron Kher (als Shahrukhs Mutter) sind eher Dekor, aber machen ihre Arbeit gut, Abhi und Preity vor allem in den Tänzen, die Shahrukh diesmal verwehrt bleiben. Amitabh Bachchan ist in seiner Paradiesvogel-Rolle ein kleines Ärgernis und kehrt dies ins Gegenteil, wenn er ruhig und nachdenklich wird. Dann ist er, meist in Kombination mit Kiron Kher, einfach wunderbar. Ausnahme: Der lästige "dein Arsch ist wie Chandigarh"-Scherz. Nur fragt man sich gegen Schluss schon, was seine Rolle sollte. Sie mündet ins Nichts und Karans Versuch, Emotionen abseits von Liebe und Ehebruch zu erzeugen, scheitern kläglich. Denselben Leerlauf produziert Karan auch anderswo, so etwa beim Sohn von Dev und Rhea, der für die Story keine Konsequenzen hat und nur an ganz wenigen Stellen zum Einsatz kommt.

Für mich wiegen die guten Aspekte die negativen nichtsdestotrotz auf. KANK ist ein schöner, langer, klischeehafter, simpel gestrickter Film. Ein etwas kalt lassender, aber stets unterhaltsamer Film mit flotten Songs und Figuren, denen man allen einfach das Beste wünscht. Es ist kein Werk, bei dem man das Kissen vollrotzt, sondern bei dem man etwas reserviert mitleidet, sich mitfreut, sich unterhält. Kein grosser Film, aber ein guter. Und ohne den Hauch eines Zweifels bislang Karan Johars schwächste Regiearbeit.

 

SONGS
1) Kabhi Alvida Naa Kehna I - Das zurückhaltende Titellied, angespielt über dem Vorspann (Sonu Nigam, Alka Yagnik)
2) Rock 'N' Roll Soniye - Keine grosse Kompositionskunst, aber in Kooperation mit Farah Khans Choreografie und den Stars ein typischer Johar-Knaller (Shankar Mahadevan, Shaan, Mahalaxmi Iyer)
3) Mitwa - Der Refrain ist umwerfend, der Gesang dazwischen auch nicht übel (Shafqat Amanat Ali, Shankar)
4) Tumhi Dekho Naa - Schönes Romantik-Stück mit intensivem Farbenspiel (Sonu Nigam, Alka Yagnik)
5) Where's the Party Tonight - Der Song braucht seine Zeit, bis er zu einem durchdringt, aber er bleibt plump. Passt aber perfekt an diese Stelle (Shaan, Vasundhara Das)
6) Kabhi Alvida Naa Kehna II - Schöne Reprise, auch wenn das Lied etwas an das Titelstück von "Kal Ho Naa Ho" erinnert (Sonu Nigam, Alka Yagnik).

 

12.1.07 18:03


JAAN-E-MANN

Liebeskomödie. Indien. Hindi
Alternativer Titel
Jaan-E-Mann: Let's Fall in Love Again...

Regie Shirish Kunder
Drehbuch Shirish Kunder
Produktion Sajid Nadiadwala
Songs Anu Malik
Kamera Sundeep Chatterjee
Choreografie Farah Khan
Darsteller Salman Khan, Akshay Kumar, Preity Zinta, Anupam Kher, Soni Razdan, Aman Varma
Länge 172 Min.

Kinostart 20.10.2006
Trade classification
Flop
Molodezhnaja Altersempfehlung o.A.

Humor * *

Spannung *

Action *

Gefühl * *

Anspruch *

Erotik

STORY
Der Sänger und Schauspieler Suhan Kapoor (Salman Khan) soll seiner geschiedenen Frau Piya Goyal (Preity Zinta) 50 Lakhs Alimente zahlen. Da er das Geld nicht hat, bittet er seinen Onkel Bonney Vakil (Anupam Kher) um Hilfe. Der ist aber ebenso ratlos - bis Agastya Rao (Akshay Kumar) auftaucht. Dieser ist ein gut aussehender Astronaut und sucht nach Piya. In der Schule war er in sie verliebt, doch da er damals furchtbar aussah und keine Ahnung hatte, wie man mit Frauen umgeht, hat es nie geklappt. Doch nun will er Piya endlich für sich gewinnen und Bonney wittert darin eine Chance: Suhan soll einfach mithelfen, den noch immer ungeschickten Agastya mit Piya zu verkuppeln, wodurch die Alimente hinfällig würden. Kurzum reisen Suhan und Agastya nach New York, um Piya ausfindig zu machen.

 

REVIEW
Laut, lang und leer - "Jaan-E-Mann" wäre ein valabler Kandidat für einen Verriss. Doch das Regiedebüt des Cutters und Farah-Khan-Gatte Shirish Kunder sprudelt derart über mit Ideen und zelebriert die "alles ist möglich"-Mentalität, dass man den Film als Bollywood-Fan gar nicht völlig abschreiben kann. Zudem: Jeder Film, der mit Johann Strauss' Donauwalzer und einer Hommage an Stanley Kubricks epochalen "2001" beginnt, kann gar nicht schlecht sein. Und das ist nur eine von "Jaan-E-Manns" vielen Verspieltheiten. Gut eine Stunde lang hopst
Kunder (der als Regisseur, Autor, Score-Komponist und Cutter waltete) durch Gegenwart und Vergangenheit, montiert Traum und Realität, ohne auch nur einmal einen Gedanken daran zu verschwenden, ob das Publikum überhaupt noch mitkommt. Erst ganz langsam wächst aus dieser Sinnesattacke eine Story. Eine simple und zum Schluss ganz rührende Story.

Schauspieler ohne Statur würden in dieser Extravaganz glatt untergehen. Das passiert bisweilen beinahe Preity Zinta, die Plot-mässig im Mittelteil in die zweite Reihe rückt und Teil des stets wechselnden Kunterbunt-Dekors wird. Doch sie rappelt sich auf und spielt charmant. Salman Khan zieht seine "ich bin so cool"-Nummer durch, aber dies mit erstaunlich viel Gefühl. Am meisten Sympathien dürfte indes Akshay Kumar einheimsen. Der von mir in seinen jüngeren Komödien oft gescholtene Kumar spielt sich hier mit seinem hysterischen Lachen und seiner vermeintlich undankbaren Rolle in die Herzen der Zuschauer, mehr noch als seine zwei Co-Stars.

Vierter grosser Name im Cast ist Anupam Kher und an ihm hänge ich mal die Probleme auf, die ich mit "Jaan-E-Mann" hatte. Er spielt zum einen Suhans Onkel Bonney Vakil und (ohne Grund) einen Kellner in New York. Bonney ist ein Zwergwüchsiger und für Anupam hiess das, auf Knien gehen und auf die Tricktechnik hoffen. Tatsächlich sieht er nie so überzeugend aus wie ein Hobbit in Lord of the Rings, doch es funktioniert schon. Nur eben: warum diese Entscheidung? Bonney ist zwergwüchsig, weil der Regisseur einen Zwergwüchsigen zeigen will. Oder anders gesagt: Die Technik ist da, also brauchen wir sie. Dieses Denken zieht sich durch den ganzen Film. Hier ein willkürlicher Effekt, da ein Scheinwerfer-Bouqet, dort eine Farbexplosion digitaler oder ausstatterischer Natur. All das teilweise ohne Koordination, sondern nur, weil es halt geht. Weil das Budget da war. Am schlimmsten wirkt dies bei der Bildgestaltung. Fast jede Einstellung ist überladen mit Objekten und fast jede ist schief, einfach, weil man die Kamera halt schräg halten kann. Ein Bedürfnis danach besteht nicht.

Kunders Hintergrund als Schnitttechniker (z.B. bei Main Hoon Na) ist ebenso offensichtlich, denn er montiert und schneidet wie auf Drogen. Das sorgt in der Anfangsphase für Verwirrung, später für Erschöpfung, denn ein fast dreistündiger Film mit derartigen Cuts und Schwenks und Zooms ist einfach eine horrende Arbeit für die Glotzerchen. Worte wie überladen, ausufernd, extravagant oder bunt werden auf viele Bollywood-Filme inflationär angewandt. Hier jedoch wird der Film jeder dieser Klassifikationen gerecht. Und noch weiter.

Das ist aber eben auch seine Stärke. "Jaan-E-Mann" ist derart versessen darauf, den Zuschauer zu überwältigen, dass man sich irgendwann hingibt. Die Romantik, ja selbst der Witz werden oft erdrückt unter der kolossalen Präsentation, die Raumschiffe, New York, Massenszenen und Windelwerbung umfasst, doch der Wille, dem Zuschauer alles zu geben, sich richtig gehend zu verausgaben, wirkt ansteckend. Der innere Cineast ruft "stopp", der Bollywood-Fan im Herzen "mehr". Das kann zum Schockzustand führen, zum Zuckerkoma, zur völligen Begeisterung, doch auf jeden Fall weiss man hier stets, dass man Kino anschaut, das mit Enthusiasmus gemacht ist, im Grenzbereich aus John Waters (v.a. "Cry Baby", Baz Luhrmann und Yash Chopra. Gutes Kino? Ach, das ist wie immer Geschmacksache und ich tendiere beinahe zu einem "nein". Doch mit hübschen Songs, überbordenden Bildern, charmanten Stars und einigen tollen Einfällen ("2001", Filmfare-Show mit Stars von früher) ist "Jaan-E-Mann" wenn schon schlechtes Kino mit Hochgenuss. Oder Kitsch-Trash-Überwältigung in seiner wuchtigsten Form. Oder einfach Bollywood.

PS: Nur Salman Khan in Frauenkleidern, das muss nicht sein.

 

SONGS
1) Humko Maaloom Hain - Hübsche Ballade, angenehm klassisch und verspielt unmgesetzt (Anu Malik, Sonu Nigam, Sadhna Sargam)
2) Udh Jaana....Bro - Fades Lied, auch in der Umsetzung nicht sonderlich ansprechend (Kunal Ganjawala, Sunidhi Chauhan, Adnan Sami)
3) Jaane Ke Jaane Na - Routinierter Pseudo-Qawwali, völlig bizarr inszeniert (Sonu Nigam, Sukhwinder Singh).
4) Ajnabi Shehar - Mässiges Aufstellerlied (Sonu Nigam)
5) Kubool Kar Le - Doofe Lyrics, immerhin aber peppig (Rahul Vaidya, Amit Sana, Prajakta Shukre).
6) Sau Dard - Fühlige Ballade (Anu Malik, Sonu Nigam).

 

12.1.07 17:59


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