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UMRAO JAAN

Drama. Indien. Urdu
Alternativer Titel
-

Regie J.P. Dutta
Drehbuch J.P. Dutta, O.P Dutta nach dem Roman von Mirza Muhammad Hadi Ruswa
Produktion J.P. Dutta
Songs Anu Malik
Kamera Ayananka Bose
Choreografie Vaibhavi Merchant
Darsteller Aishwarya Rai, Abhishek Bachchan, Shabana Azmi, Sunil Shetty,
Divya Dutta, Himani Shivpuri, Kulbhushan Kharbanda, Puru Rajkumar
Länge 188 Min.

Kinostart 3.11.2006
Box office classification
Desaster
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 6

Humor

Spannung

Action

Gefühl * *

Anspruch * *

Erotik *

STORY
Nordindien im 19. Jahrhundert: Weil er Streit mit einem Gesetzeshüter hat, entführt der schmierige Dilawer Khan (Vishwajeet Pradhan) dessen Tochter Amiran (Bansree Madan). Er bringt das Mädchen nach Lucknow ins Bordell von Khanum Sahib (Shabana Azmi), die es Khan abkauft, ihm dem Namen Umrao verleiht und es in die Obhut von Bua Hussaini (Himani Shivpuri) und Maulvi Sahab (Kulbhushan Kharbanda) gibt. Umrao wächst bei ihren Ersatzeltern zur jungen Frau (Aishwarya Rai) heran und als die schöne Kurtisane ihre erste erfolgreiche Mujra-Vorführung vor der versammelten Elite Lucknows gibt, wird sie zum Stadtgespräch Nummer eins. Der junge Nawab Sultan (Abhishek Bachchan) erkauft sich die erste Nacht mit ihr. Dabei funkt es: Umrao und der Prinz verlieben sich ineinander.

 

REVIEW
"Umrao Jaan" ist ebenso schön wie lang. Ein ansprechendes, elegantes und ziemlich anstrengendes Remake von einem Regisseur, der sein Talent gehörig überschätzt, die Zuschauer 188 Minuten lang bei der Stange zu halten. Das erstaunt nicht, hat uns doch J.P. Dutta zuletzt den unsäglichen Kriegs-Koloss L.O.C. mit 244 Minuten Länge vorgesetzt. Doch da er sich diesmal auf eine Figur, statt ein Dutzend konzentriert, bestand Hoffnung auf Besserung. Die ist da: Der Film ist kürzer und konzentrierter. Doch es zeigt sich einmal mehr, dass ein Regisseur, der auch Produzent und Autor in einem ist, oft nicht den Willen zeigt, am richtigen Ort sein "Baby" zu kürzen. Ein guter Cutter hätte den Film mit Straffung noch aufwerten können - die Grundlage zu einem eindrücklichen Werk ist nämlich da.

Das liegt in erster Linie an der Vorlage, dem Roman "Umrao Jaan Ada" des in Lucknow aufgewachsenen Urdu-Poeten Mirza Muhammad Hadi Ruswa (1857-1931). Er rekonstruiert das Leben der Kurtisane Umrao, die im Film ihre Lebensgeschichte dem Autor Ruswa aus erster Hand vorträgt. Der Stoff liefert zum einen ein persönliches Lebensdrama einer bemerkenswerten Frau, zum anderen einen nicht minder interessanten Einblick in die Nawab-Kultur von Lucknow während ihrer Blütephase vor der britischen Annexion der Stadt und der Provinz Awadh anno 1856. Bekanntermassen liess sich bereits 1981 der in Lucknow geborene Regisseur Muzaffar Ali von dem Stoff inspirieren und drehte seine klassische (und einen Deut überschätzte) Adaption Umrao Jaan mit Rekha in der Hauptrolle. In deren Fussstapfen zu treten, war von Anfang an ein schwieriges Unterfangen.

Duttas Neuverfilmung macht aber so manches richtig, erst einmal die Besetzung. Umrao selbst mit Aishwarya Rai zu casten, war ein besonders guter Schachzug, denn das von Neidern oft als püppchenhaft abgestempelte Aussehen unterstreicht die unnahbare Erscheinung der Kurtisane, die nicht von dieser Welt scheint. Und die Ex-Miss-World tanzt natürlich wie ein Engel. Sie ist klassisch geschult und trägt die Mujra-Tänze mit ihren Kathak-Einlagen und den Glöckchen an den Füssen mit Anmut und Schönheit vor. Obwohl Dutta ein paar Mal zu oft auf die Tanzkünste von Miss Rai setzt: Diese Szenen beleben den Film fast im Alleingang. Weniger erfolgreich ist Ash dagegen in den emotionalen Szenen. Sie kann solche meistern, das hat sie gezeigt, doch im letzten Filmdrittel verkrampft sie sich hier zusehends. Die stets geröteten Augen sind das eine deutliche Kennzeichen dafür, eine schlecht gespielte Szene, in der Gauhar (Puru Rajkumar) sich an ihr vergeht, das andere. Generell jedoch eine starke Performance, die nicht an jene von Rekha heranreicht, aber ihre eigenen Vorzüge hat.

Abhishek Bachchan gibt ihren schmucken Prinzen - und die Rolle des gepflegten Nawab liegt dem aus dem nahe gelegenen Allahabad stammenden Star sichtlich. Dadurch, dass seine wichtigste Entscheidung vor der Intermission nicht durch familiären Druck bedingt ist (wie in der 81er-Fassung), sondern duch Verletzung seines Männerstolzes, passt dies zum Bild des Films, Umraos Männer negativ darzustellen. Nicht minder überzeugend: 70's-Schönheit und Parallel-Cinema-Königin Shabana Azmi als etwas zu nette und zu selten vorkommende Puffmutter, Kulbhushan Kharbanda als fürsorglicher Ersatzvater und Divya Dutta als anfänglich eifersüchtige Kurtisane. Sunil Shetty fehlt in späten Szenen etwas das Pathos für den Part des Faiz Ali, da wird zu viel verschenkt, doch er spielt solide. Dutta besetzte fraglos geschickt, das trägt den Film - vor allem in der zähen Anfangsphase. Ich habe die erste Stunde zwar überraschend genossen: Ashs Herantasten an das Kurtisanen-Leben und später an den noblen Prinzen, die Lieder ("Salaam" läuft einem noch lange nach), die Paläste, die Kostüme. Weil alles derart harmoniert, konnte ich lange mithalten. Erst etwa ab dem Song "Jhute Izaam" wirds anstrengend. Zuviel wiederholt sich und man kann auch Abhi und Ash beim besten Willen nicht endlos zusehen, wie sie sich Dialoge zuflüstern und sich im Haar kraulen. Irgendwann muss mal was von Substanz her!

Gerade im Mittelteil müsste deshalb unbedingt die Schere ran. Der unnötig kitschig inszenierte und daher nicht zur Schwere des Films passende "Bekha Diya Hamein" könnte mühelos ganz weg, und wenn nicht so rabiat, dann doch immerhin manche Szenen drumherum. Man hat da zu oft das Gefühl, Dutta wolle den Roman Wort für Wort verfilmen (selbst wenn er es nicht tut) und er folge sklavisch dem literarischen Charakter der Figur, anstatt eine cineastisch brauchbare Adaption zu liefern. Der Film fühlt sich stets an wie eine historische Literaturverfilmung, das dürfte gewollt sein, doch auch an einer solchen darf man dramaturgisch motivierte Änderungen vornehmen. Dutta vertraut schlicht viel zu stark darauf, dass wir von den Urdu-Zeilen, dem Ambiente und den Stars verzaubert würden, doch selbst der wohlwollendste Zuschauer ist davon irgendwann gesättigt.

Kurioserweise ist das letzte Drittel, das den Plot endlich voran bringt, auch nicht viel besser. Wegen Ashs hysterischer werdenden Spiel und der plötzlichen Überhastung der Ereignisse. Gerade Umraos Schicksalsschläge hätten besser einsinken müssen, durch die Hetze leidet man zu wenig mit. Ashs rote Augen alleine erledigen das nicht. Zum Schluss bleibt deshalb erstaunliche Leere. Man hat weniger das Gefühl, ein grandioses Leben vorgeführt bekommen zu haben, sondern eine durchaus interessante Frau in einem deutlich interessanteren Umfeld miterlebt zu haben. Das ist die Schwäche des Films, da er dem Titel "Umrao Jaan" nur halbwegs gerecht wird und die Faszination der Figur aufs Spiel setzt - und gleichzeitig seine Stärke, denn durch den Originalfilm kennen wir Umrao schon. Die Neuverfilmung wählt andere Ansätze und kopiert nicht blind, daher können wir uns diesmal eher auf das Umfeld und das Setting konzentrieren.

Dieses ist, wie eingangs erklärt, ungeheuer schön. Dutta wechselt den Farbkodex von Lied zu Lied - von gelb über grün zu blau - und verleiht jedem Stück des Films eine leicht andere Nuance. Die Säle der Paläste sind wunderbar, die Musik ebenso, man atmet richtig Kultur. Meint man jedenfalls. Deshalb fällt es auch leichter, "Umrao Jaan" zu bewundern und zu bestaunen, als wirklich zu mögen. Es ist ein ambitioniertes, sehenswertes und ungemein elegantes Werk, doch eines, das das Seelenleben der Hauptfigur nur ungenügend ausleuchtet und auf mehreren Ebenen der Erstverfilmung hinterher hinkt. Die Hauptschuld liegt bei J.P. Dutta, der sich nach seinem aufgeblasenen L.O.C. noch nicht ganz vom Grössenwahn erholt hat. Der Regisseur drehte in den 80ern einige fast vergessene, aber tolle Streifen wie Yateem oder Batwara. Seit er auf die Kriegsfilmschiene gewechselt hat (Border, Refugee, L.O.C.), hat er an erzählerischem Talent eingebüsst und dies wird bei seiner Rückkehr auf nicht-kriegerisches Terrain deutlich. Also J.P., Ego zurücknehmen und eine tolle Story in angemessener Zeit erzählen. Dann klappt es nächstes Mal besser. "Umrao Jaan" ist auf jeden Fall ein attraktiver Film auf dem Weg zur "Genesung".

 

SONGS
1) Ek Toote Huye - Nette akustische Einstimmung in den Film (Alka Yagnik)
2) Salaam - Das Lied ist für sich schon wunderbar, doch erst in Verbindung mit Ashs erstem Tanz im Film wird es wahrhaft gross (Alka Yagnik).
3) Pehle Pehel - Zauberhaftes Lied, vor allem der Gesang ist toll (Alka Yagnik)
4) Jhute Ilzaam - Schön gefilmtes Lied mit melancholischen Lyrics (Alka Yagnik)
5) Behka Diya Hamein - Das Duett ist ansprechend, doch kitschig inszeniert (Sonu Nigam, Alka Yagnik)
6) Main Na Mil - Wehklagendes Lied, attraktiv umgesetzt (Alka Yagnik)
7) Pooch Rahe Hain - Kurzes, Story-gebundenes Lied, nichts Spezielles (Alka Yagnik)

 

 

12.1.07 18:05
 


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