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Omkara

Drama. Indien. Hindi
Alternativer Titel
-

Regie Vishal Bharadwaj
Drehbuch Vishal Bharadwaj, Robin Bhatt, Abhishek Chaubey
Produktion Kumar Mangat
Songs Vishal Bharadwaj
Kamera Tussaduq Hussain
Choreografie Ganesh Acharya, Beedi, Bhushan Lakhandri, Namak
Darsteller Ajay Devgan, Saif Ali Khan, Vivek Oberoi, Kareena Kapoor,
Konkona Sen Sharma, Bipasha Basu, Naseeruddin Shah, Deepak Dobriyal
Länge 152 Min.

Kinostart 28.7.2006
Trade classification
Below Average
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 12

Humor  *

Spannung * *

Action *

Gefühl *

Anspruch * *

Erotik *

STORY
Omkara (Ajay Devgan) leitet eine Gang für den Politiker Bhaisaab (Naseeruddin Shah). Seine besten Männer sind Kesu Phirangi (Vivek Oberoi) und Langda Tyagi (Saif Aif Khan), die beide darauf hoffen, einst Omkaras Nachfolge anzutreten. In einer Zeremonie wählt Omkara den besonnenen Kesu und nicht den Heisssporn Langda, was diesen zum eifersüchtigen Mann macht. Die Chance zur Revanche sieht er bei Omkaras Zukünftiger Dolly (Kareena Kapoor): Mit Intrigen und der Hilfe seiner nichts ahnenden Frau Indu (Konkona Sen Sharma) lässt Langda Omkara glauben, Dolly habe eine Affäre mit Kesu. Während der seine Zeit mit der schönen Billo (Bipasha Basu) verbringt, ahnt er nicht, was gegen ihn gespielt wird. Und Omkara wird von Eifersucht zerfressen.

 

REVIEW
"Omkara" ist keinesfalls die Offenbarung, als die ihn manche Kritiker hingestellt haben. Doch der Film erreicht eine ungeheure Harmonie aus Schauspiel, Musik, Look und Handlung, wodurch er die Zuschauer problemlos in seinen Bann schlägt. Was fehlt, ist der letzte Kick: Nicht unähnlich dem schwächeren Sarkar fehlen bei aller Perfektion und Durchstrukturiertheit manchmal Leidenschaft und Kraft. Immerhin bringt Saif Ali Khan Leben in die Bude und ein paar grandiose Szenen heben die schwächeren weitgehend auf. Den bereits zum Vergleich herangezogenen Sarkar übertrumpft "Omkara" spielend, da er organischer wirkt, lebendiger, dichter.

Die Vorlage ist natürlich "Othello" von William Shakespeare - wie erfrischend, dass ein indischer Regisseur für einmal stolz darauf ist, wo er die Inspiration her hat. Die Parallelen zum Original des Barden sind beachtlich, die Unterschiede aber ebenso. Regisseur Vishal Bharadwaj hat bereits mit seiner "Macbeth"-Verarbeitung Maqbool gezeigt, dass er den Stoff Shakespeares blendend in ein indisches Milieu verlegen kann, und diesmal setzt er noch eines drauf. Das Gangstermilieu ist zwar an sich ausgelutscht, doch Bharadwaj flicht die Story um Verrat und Eifersucht raffiniert in dieses neue Umfeld. Er nutzt Farben und Landschaften des ländlichen Uttar Pradesh gewieft. Und aus dem dunkelhäutigen Othello macht er den niederkastigen Omkara, aus dem General einen Partei-Schläger. Dumm nur, ist der Darsteller eine kleine Fehlbesetzung.

Am Spiel von Ajay Devgan ist per se nicht viel auszusetzen: Er verkörpert Omkara mit unterschwellig brodelnder Energie und deutlicher Loyalität. Doch bei Shakespeare war Othello ein nobler Mann mit ganz menschlichen Schwächen, der seine äusserlichen "Defizite" (als Dunkelhäutiger war er im weissen Venedig ein Aussenseiter) durch charakterliche Stärke und edles Auftreten überspielte. Zu sehen, wie ein so guter Mensch durch Naivität und Selbstzweifel den Verführungen des Bösen verfällt und das Ehrenvolle den Psychokrieg gegen das Intrigante, Unehrliche zu verlieren droht, gehört zum Reiz des Materials. Omkara hingegen ist ein dubioserer, unterkühlter Kerl, ein Gangster, durchaus mit Loyalität und Charisma, aber frei von der Reinheit Othellos. Dadurch verliert die Figur an menschlicher Tragik und Mitfühlen kann man vergessen. Der ganze Verrat fällt so auf eine neue Ebene, und ich bin nicht sicher, ob sie besser ist. Verrat unter Gangstern ist schliesslich ein alter Hut, wieso also diese Nuance überhaupt opfern?

Bharadwaj geht in der Abwertung Othellos / Omkaras noch eine Spur weiter, indem er zu lange suggeriert, Langda sei eifersüchtig auf Kesu, wenn doch diese Eifersucht stärker auf Omkara selbst gerichtet sein sollte. "Omkara" opfert hier weitere Ideen aus Shakespeares Vorlage. Ich behaupte nicht, man müsse sich sklavisch an das Vorbild halten, doch diese drei Komponenten (Omkara kein Edelmann, Eifersucht gegen Kesu, besetzt mit einem gedämpft spielenden Devgan) werten die Hauptfigur leider etwas ab. Das hat zum Beispiel die amerikanische Teenie-Version O geschickter gelöst. Der gefällt mir denn deshalb auch eine Spur besser.

Doch "Omkara" hat genügend Aspekte, um dieses Manko bei der Hauptfigur auszugleichen. Da wären die superedlen Bilder des in Amerika ausgebildeten Tassaduq "Nicky" Hussain. Da ist die geniale Musik von Vishal Bharadwaj selbst, die oft als Hintergrundmusik dient, manchmal aber auch Platz für bestens eingewobene Songs lässt. Wie eingangs erwähnt: Die Harmonie, mit welcher sich der Soundtrack zum Rest gesellt, ist bestaunenswert. Ganz besonders glänzt der Film aber wegen den Akteuren, die allesamt fulminant aufspielen. Allen voran Saif Ali Khan, der mit seinem dynamischen Auftritt die Lebensader des Films ausmacht. Ajay Devgan steht deutlich in seinem Schatten und ist, das sei nochmals erwähnt, eine Fehlbesetzung - doch er spielt an sich souverän und hat sich für den Part fitnessmässig ganz gehörig ins Zeug gelegt. Vivek Oberoi, nicht auf der Höhe seines Company-Durchbruchs, agiert solide. Kareena Kapoor, von der man längst weiss, dass sie mehr ist als nur eine Glamour-Puppe, glänzt als Desdemona-Ersatz Dolly. Sie hat einige der besten Szenen des Films. Konkona Sen Sharma ist etwas unterfordert, aber in ihren wenigen Szenen überzeugend. Ihr Schicksal unterscheidet sich übrigens von jenem der Emilia im Buch.

Naseeruddin Shah mit kahl rasierten Kopf ist gut, doch so richtig auftrumpfen kann er nicht. Und zum Schluss Bipasha Basu: Mag sein, dass sie primär besetzt wurde, um die Tänze zu absolvieren - doch selbst wenn dem so wäre, kann ich nur sagen: zum Glück! Die Frau ist eine Bombe und während ich nach ihrem Durchbruch vor ein paar Jahren gedacht habe, sie verliert an Erotik und an Star-Qualitäten, so beweist sie heute, dass sie ein leuchtender Stern am Bollywood-Himmel ist. Nicht nur mit ihrem Aussehen und dem Tanz ("Namak", "Beedi"), sondern auch mit ihrem Spiel. Schon in Apaharan hat sie aus einer kleinen Rolle viel mehr gemacht, als sie eigentlich hergegeben hätte, und auch hier wertet sie den Part ungeheuer auf. Zwischen Apaharan, Corporate und "Omkara" ist klar, dass Bipasha zu Bollywoods Besten gehört und sich in Nonsens wie Phir Hera Pheri unter Wert verkauft.

Bevor das Gelaber langweilig wird, sollte ich eine Art Fazit ziehen: "Omkara" ist beeindruckendes, bildstarkes Kino, vorzüglich inszeniert, hervorragend gespielt und von einer in Bollywood selten gesehenen Stringenz. Auf olle Comedy-Einschübe verzichtet Bharadwaj, seine Songs passen in die Handlung, statt die Zuschauer aus dem Film zu reissen. Leider schleichen sich ein paar Längen ein, der Film leidet an leichter Unterkühlung, ein paar Morde, die ausserhalb von Omkaras Gang passieren, sind unnötig konfus in die Story gebettet und die Hauptfigur bekam andere Nuancen als im Buch - was nicht nur zu ihrem Vorteil ist. Spätestens beim etwas bescheiden aufgebauten, aber emotional befriedigenden Finale sind die Sörgelchen mit dem Film aber beiseite gefegt. Für Vishal Bharadwaj ist "Omkara" sogar noch eine kleine Verbesserung zu Maqbool. Ich hoffe jedoch, er kann nun auch wieder Abseits von Shakespeares oft gesehenen Handlungselementen ein Werk produzieren, das uns aus den Socken haut. Das Zeug dazu hätte er.

 

SONGS
1) Naina - Das schöne Stück läuft nur kurz im Hintergrund (Rahat Fateh Ali Khan)
2) Omkara - Abwechslungsreiches, ungewöhnliches, aber cooles Stück. Auch primär Background-Einsatz (Sukhwinder Singh)
3) Beedi - Temporeiches Gutelaunestück mit sexy Bips beim Abtanzen (Sunidhi Chauhan, Sukhwinder Singh, Nachiketa Chakravorty and Clinton Cerejo)
4) O Saathi Re - Melancholisch-romantisches Stück, angenehm gesungen vom Regisseur persönlich (Shreya Ghoshal, Vishal Bhardwaj)
5) Namak - Sozusagen das "Kajra Re" des Films, v.a. in Kombination mit Bips' Tanz toll (Rekha Bhardwaj, Rakesh Pandit)
6) Laakad - Tragisches, austauschbares Lied (Rekha Bhardwaj)

 

 

 

12.1.07 18:08
 


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